Rahmenprogramm

Mein Leipzig lob’ ich mir …
Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute …

Die Bürgerstadt Leipzig ist eine Stadt historischer und gegenwärtiger Superlative: Hier findet man den größten Kopfbahnhof Europas und mit dem Waldstraßenviertel das größte zusammenhängende Gründerzeitviertel Deutschlands. Die Leipziger Völkerschlacht war die größte und blutigste Schlacht im Europa des 19. Jahrhunderts, das gigantische Völkerschlachtdenkmal ist das höchste Denkmal Deutschlands. Heute ist Leipzig die Stadt mit dem gegenwärtig schnellsten Bevölkerungswachstum bundesweit. Das renommierte Gewandhausorchester ist das älteste auf eine Bürgergründung zurückgehende Orchester im deutschsprachigen Raum und gilt als weltweit größtes Berufsorchester. Im Zoo Leipzig ist Gondwanaland die größte Tropenhalle Europas und Pongoland, mit dem dort ansässigen Wolfgang-Köhler-Primaten-Forschungszentrum, die weltweit größte Menschenaffenanlage. Diese Liste ließe sich problemlos fortsetzen.

Leipzig entstand an der Kreuzung zweier bedeutender alter Handelsstraßen, der via regia, die in West-Ost-Richtung von Frankreich bis nach Moskau verlief, und der via imperii, einer Handelstraße, die von Italien kommend in den Hanseraum des Nordens führte. Jahrhundertelang ließen sich an diesem wichtigen Knotenpunkt Kaufleute nieder und prägten die Stadt. Hieraus entstand die Leipziger Messe – eine der ältesten Messen Deutschlands. Noch heute zeugen die vielen für Leipzig so charakteristischen Passagen, Durchgangshöfe und Messehäuser vom Messetreiben des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

1409 kam ein weiterer Leipzig prägender Faktor hinzu: Leipzig wurde Universitätsstandort. Gottfried Wilhelm Leibniz, Friedrich Nietzsche, Gerhard Hauptmann, Gustav Stresemann, Wilhelm Ostwald, Werner Heisenberg und viele andere Größen studierten und lehrten hier. Für die juristische Fakultät stehen Namen wie Carpzov, Pufendorf, Binding und Otto Meyer. Eine Statue des bekanntesten Leipziger Jura-Studenten Johann Wolfgang von Goethe ist heute in der Nähe von Auerbachs Keller vor der Alten Leipziger Handelsbörse zu sehen.

Nicht nur Goethe hielt sich entscheidende Jahre seines Lebens in Leipzig auf. 1785 verbrachte Friedrich von Schiller den Sommer und den Herbst in Leipzig-Gohlis. Im Schiller-Haus schrieb er eines seiner berühmtesten Gedichte, die Ode „An die Freude“ – vertont von Ludwig van Beethoven im 4. Satz der 9. Sinfonie. Auch in jüngster Zeit lebten und arbeiteten Schriftsteller gerne in Leipzig: unter anderen Erich Loest, der Leipzig mit seinem Roman „Nikolaikirche“ ein Denkmal setzte, und Juli Zeh, die hier studierte.

Bei einem Stadtspaziergang sollten Sie es nicht versäumen, sich die Hauptgebäude der Alma Mater Lipsiensis, das Augusteum und das am 1. Dezember 2017 feierlich eröffnete Paulinum mit der Universitätskirche St. Pauli am Augustusplatz anzusehen. Hier stand bis Mai 1968 die 1240 geweihte gotische Universitätskirche St. Pauli, die Martin Luther persönlich 1543 als evangelische Kirche geweiht hatte und die im zweiten Weltkrieg nahezu unbeschädigt geblieben war. Am 30. Mai 1968 wurde die Kirche auf Veranlassung des damaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR Walter Ulbricht gesprengt. Studenten, die gegen die Sprengung öffentlich protestierten, wurden zu Haftstrafen verurteilt.

Handel und Gewerbe waren der Motor für die Entwicklung Leipzigs, die Grundlage städtischen Reichtums und städtischer Selbstbestimmung. Viele der heute noch bestehenden berühmten Bildungs- und Kultureinrichtungen Leipzigs, wie der Thomanerchor (seit 1543 städtisch), das Gewandhausorchester, das Museum der bildenden Künste, die Handelshochschule Leipzig und die Hochschule für Theater und Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“, sind städtische Einrichtungen, wurden durch Bürger gegründet oder gehen jedenfalls auf bürgerschaftliches Engagement zurück.

Und heute? Leipzig ist immer noch ein Magnet und Schmelztiegel für freie Geister. Nicht ohne Grund waren es Leipziger, die 1989 zu Massendemonstrationen aufbrachen und letztlich das Ende der DDR herbeiführten.

Nach der Wende konnten mit der Ansiedlung von Porsche, BMW, DHL und Amazon zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit MDR und media city wurde Leipzig zum wichtigen Medienzentrum. Mit dem Bundesverwaltungsgericht, dem 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes und mit den erstinstanzlichen Gerichten aller Gerichtsbarkeiten ist Leipzig auch wieder ein wichtiger Justizstandort geworden.

In der darstellenden Kunst hat die Neue Leipziger Schule in den letzten Jahrzehnten weltweit Schlagzeilen gemacht. Ihren Geist atmet man z. B. in der ehemaligen Baumwollspinnerei, in der unter anderen die inzwischen berühmten Maler Neo Rauch und Michael Triegel ihre Ateliers haben.

Leipzig ist cool, „the better Berlin“, schrieb 2013 die New York Times. Leipzig ist Hypezig.

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